2. Teil: Von der Taubstummenpflege zum Fürsorgeverein
1. Teil: Gründung der kirchlichen Taubstummenpflege in Schaffhausen
1911
wird in Olten der Schweizerische Fürsorgeverein für Taubstumme gegründet und die «Kirchliche Taubstummenpflege Schaffhausen» schliesst sich dem Fürsorgeverein an.
1915
Die «Kommission für kirchliche Taubstummenpflege» bekommt den neuen Namen:
Schaffhauser Fürsorgeverein für Taubstumme.
1916
Rückblick auf 10 Jahre Vereinstätigkeit. Pfarrer Klingenberg tritt aus dem Fürsorgeverein aus. An seine Stelle tritt Pfarrer Keller, Siblingen und übernimmt das Amt des Aktuars. Präsident des Vereins wird Rudolf Jezler-Kern, bisher Aktuar.
1921
Die neue Zusammensetzung des Vorstands: Präsident: Rudolf Jezler-Kern; Aktuarin: Frau Emma Fröhlich; Kassier: Franz Jezler; Frau Pfarrer Mathilde Stuckert; Pfarrer Hermann Stamm, Taubstummprediger.
1937
Nach Rudolf Jezler-Kern übernimmt der Schaffhauser Lehrer Johann Meister-Auer das Präsidium des Fürsorgevereins. Unter seiner 23 Jahre dauernden Präsidentschaft tut der Verein sehr viel zu Fortbildung der Gehörlosen: Vorträge, Fortbildungskurse, Ausflüge und vieles mehr.
1941
Wegen des Krieges hat der Fürsorgeverein nur noch wenig Geld.
1944
Frau Pfr. Stuckert stirbt nach fast 40 Jahren Mitarbeit im Vorstand und Mitbegründerin der kirchlichen Taubstummenpflege. Ihre Nachfolgerin wurde Frau Vetsch-Keller.
1945
Pfarrer Stamm tritt als Taubstummprediger zurück, verbleibt aber im Vorstand. Nachfolger als Taubstummpfarrer wird Pfarrer Walter Grimmer. Vorstand: Johann Meister, Präsident; Pfarrer Hermann Stamm; Frau A. Vetsch-Keller; Frau R. Bohnenblust, Fürsorgeverein Pro Infirmis; Pfarrer Walter Grimmer.
1946
Vorstand: Johann Meister, Präsident; Pfarrer Grimmer, Frau A. Vetsch-Keller, Frau M. R. Schnyder, Fürsorgerin Pro Infirmis; Pfarrer H. Stamm.
1947
Der Verein darf auf 40 Jahre seines Bestehens zurückblicken.
1953
Pfarrer Grimmer zieht weg nach Zürich, hält aber auf Wunsch der Gehörlosen weiterhin die Taubstummen-Gottesdienste in Schaffhausen.
1954
Tod von Pfarrer Stamm, der von 1910 bis 1945 Gehörlosenpfarrer im Kanton Schaffhausen war. Auch stirbt Pfarrer Grimmer und Nachfolger als Taubstummenpfarrer wird Pfarrer Samuel Schmid von Feuerthalen.
1960
Johann Meister tritt am 13. Mai 1960 nach 23 Jahren als Präsident zurück. In dieser Zeit hat der Fürsorgeverein sehr viel zur Fortbildung der Gehörlosen getan: Vorträge, Fortbildungskurse, Ausflüge, Besichtigungen und vieles mehr. Neuer Präsident wird Herr R. Steiger. Pfarrer Schmid zieht weg und sein Nachfolger als Gehörlosenpfarrer wird Pfarrer Silvio Ammann, Löhningen.
1961
Erstmals kann der Verein Subventionen von der neugeschaffenen Invalidenversicherung für seine Bildungsangebote zugunsten der Gehörlosen beziehen.
1962
Frau Vreni Hiltbrunner wird als Mitarbeiterin erwähnt und ist später im Vorstand.
1965
Gemäss dem SVG-Jahresbericht scheitern die Bestrebungen den Verein für Gehörlose selbstständig zu machen aus unterschiedlichen Gründen und zwingen die jetzigen Präsidenten und dessen Beisitzerin zum längst gewollten gemeinsamen Abtreten.
1966
Schaffhauser Gehörlose gründen den «Gehörlosenverein Schaffhausen» mit den Zielen: „Gehörlose helfen Gehörlosen» und «Gehörlose tragen Verantwortung». Als erster gehörloser Präsident des Gehörlosenvereins Schaffhausen wird Hans Hermann-Gantenbein gewählt.
1967
Wegzug von Pfarrer Silvio Ammann. Nachfolger als Gehörlosenpfarrer wird Spitalpfarrer Walter Gasser. Kassierin ist Frau Hiltbrunner. Im Vorstand ist auch ein Herr Vetsch.
1970
Pfarrer Walter Gasser wird anstelle von Herrn Steiger Präsident des Fürsorgevereins Schaffhausen. Herr Steiger bleibt weiterhin im Vorstand.
1979
Pfarrer Walter Gasser gibt das Präsidium ab. Nachfolger wird am 1. März Herr W. A. Sünwoldt. Die gehörlose Frau Sofie Meister zieht um ins Hirzelheim nach Regensberg.
1981
Nach dem «Jahr der Behinderten» (UNO-Jahr) hat der Fürsorgeverein für Taubstummenhilfe entschieden, das gehörlose Ehepaar, Hans und Berta Hermann-Gantenbein, in den Vorstand aufzunehmen. Diese beiden waren die ersten gehörlosen Vorstandsmitglieder!
1982
Pfarrer Walter Gasser tritt aufgrund seiner Pensionierung als Gehörlosenpfarrer zurück. Ab 1. August übernimmt Pfarrer Gerhard Blocher, Hallau, diesen Dienst.
Der Fürsorgeverein ändert seinen Namen heisst neu «Schaffhauser Verein für Gehörlosenhilfe». Präsident Sünwoldt tritt zurück. Kassierin Olga Schwaninger leitet das Präsidium. Pfarrer Gerhard Blocher, übernimmt als Gehörlosenpfarrer den Dienst.
1983
Das Besucher-Team im Verein, Frau Mayer und Frau Tenger, möchten zurücktreten.
1984
Als neuer Präsident wird Werner Scheuermeister, Schaffhausen gewählt.
1986 bis 1990
Im SVG-Jahresbericht finden sich keine Beiträge über den Schaffhauser Verein für Gehörlosenhilfe.
3. Teil: Auf dem Weg zu Partnerschaft, Gleichberechtigung und Integration
4. Teil: 25 Jahre Gesellschaft der Gehörlosen Schaffhausen